§64

Aus Hieroglyphisch-Ägyptische Grammatik

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Negation des Nominalsatzes

Der Nominalsatz wird mit einer umklammernden Negation 𓂜𓇋𓋴 n(j) … js negiert (vgl. franz. ne … pas). Die Negation legt sich dabei um das erste Substantiv (bzw. die erste Nominalphrase), z.B.:

𓂜𓏌𓎡𓇋𓋴𓎟‌𓀀‌𓎡
nj jnk js nbk
‘Ich bin nicht dein Herr.’

In einigen Fällen fehlt dieses js jedoch, z.B.:

𓂜𓏌𓎡𓎟‌𓀀‌𓎡
nj jnk nb⸗k
‘Ich bin nicht dein Herr.’


(Die folgende Diskussion kann ggf. zunächst übergangen werden.)

Diskussion: Laut James P. Allen hat der Satz ohne js eine ganz spezifische Bedeutung. Das nj würde hier nicht den Satz als ganzes negieren (Prädikationsnegation), sondern nur das Wort, vor dem es steht (Wortnegation):

nj jnk nbk
Nicht ich bin dein Herr (– sondern jemand anderes ist dein Herr)’.


nj jnk js nbk
‘Ich bin nicht dein Herr.’


Andere Forscher stellen die Bedeutungs- bzw. Verwendungsunterschied allerdings anders oder sogar genau umgekehrt dar.

Anmerkung: Zur Schreibung von n(j) im Altägyptischen und zum Gebrauch von nn anstelle von n(j) im nach-klassischen Mittelägyptisch siehe §46.

Literaturhinweise

Allen (²2010: ch. 11.5, 11.7); Schenkel (⁵2012: Kap. 6.1.0,d); Malaise & Winand (1999: §480–§485); Loprieno (1995: ch. 5.7).

Siehe Bibliographie (teilweise mit Links zu online verfügbaren Werken).


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Daniel A. Werning. 26.7.2018. "§64", Digitale Einführung in die hieroglyphisch-ägyptische Schrift und Sprache, Humboldt-Universität zu Berlin, http://hdl.handle.net/21.11101/0000-0007-C9C9-4?urlappend=index.php?title=%C2%A764%26oldid=870 (Zugriff: 26.6.2019).

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