Zuccaro

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Zuccaro ist ein Projekt zur Entwicklung einer digitalen Plattform für kunsthistorische und kulturhistorische Datenbestände. Den Ausgangspunkt bildeten Forschungsprojekte, die die systematische Dokumentation bestimmter Werkgruppen - einschließlich ihres (kultur-)historischen Kontextes - zum Ziel hatten (Lineamenta, ArsRoma). Im Verlauf der Umsetzung der Anforderungen entwickelte sich das zugrundeliegende Datenmodell zunehmend zu einem universellen Dokumentationsformat.

Das Datenmodell basiert auf logischen Tripeln und zielt auf die Verbindung von Basisentitäten durch qualifizierte Beziehungen, die auch den Zeitfaktor umfassen. Damit ist das Modell ereignisorientiert. Der außerordentliche Vorteil eines solchen Modells liegt darin, sich von der Tradition der statischen Beschreibung von Artefakten zu lösen und zugleich die – im Kontext historischer Kulturwissenschaften – vorrangig interessierenden Ereignisse darzustellen. Sachverhalte wie Entstehungsprozesse, Besitzerwechsel und Provenienzen, Ausstellungs- und Rezeptionsereignisse können mühelos abgebildelt werden. Die generalisierte Struktur des Modells erlaubt darüber hinaus die freie Wahl der Betrachtungsperspektive, so dass die dokumentierten Sachverhalte gleichermaßen aus einer artefakt-, personen-, institutionen-, oder auch topographiezentrierten Perspektive wahrgenommen werden können.

Durch die netzförmige, auf streng normalisierten Entitäten aufgebauten Struktur, ist die Anschlussfähigkeit zu spezialisierten externen Datenbeständen (etwa einem Sammlungskatalog eines Museums, einer Editionsumgebung für Quellenschriften oder einer Personendatenbank) gegeben. Die formalisierte Struktur erlaubt – entsprechenden Datenumfang vorausgesetzt – auch die Anwendung quantitativer Methoden, etwa im Sinn einer kulturhistorischen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

Geschichte und Arbeitsstand

Entwicklung des Datenmodells anhand der Anforderungen der Forschungsprojekte Lineamenta und ArsRoma seit 2003.

2005 wurde das Datenmodell in einem relationalen Datenbank-Management-System beispielhaft realisiert. Seitdem werden damit auch Forschungsdaten erfasst und verarbeitet.

Seit 2013 wird an einer Umsetzung des Modells in einem Graph-Datenbanksystem gearbeitet. Das als open source Software konzipierte System soll dann frei zur Verfügung stehen. Damit verbindet sich der Wunsch, die digitale Erschließung und offene Bereitstellung von kunsthistorischem Material stärker voranzutreiben und zu vernetzen.

Literatur, Links

  • Kieven, Elisabeth; Schelbert, Georg: Architekturzeichnungen, Architektur und digitale Repräsentationen – das Projekt LINEAMENTA, in: Architecture on Display, hg. v. Kai Kappel u. Ursula Müller, kunsttexte.de 2014 Nr. 4 (pdf)
  • Schelbert, Georg; Brakensiek, Stephan: Zusammenfassung des Vortrags "Graphik vernetzt. Die Erfassung der Graphischen Sammlung des Fachs Kunstgeschichte der Universität Trier, Praxis und Perspektiven", am 16.3.2011 an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel auf der Tagung 'Kupferstichkabinett online – printroom online' (academia.edu)
  • Kieven, Elisabeth: Research Infrastructures for Historic Artefacts: Knowledge Networks, in: ESF Science Policy Briefing Research Infrastructures in the Digital Humanities 2011, S. 13-15 pdf
  • Raspe, Martin; Schelbert, Georg: ZUCCARO. Ein Informationssystem für die historischen Wissenschaften, in: IT Information Technology 51 (2009), pp. 207-215 (academia.edu).

Projekte, die Zuccaro als Datenbanksystem einsetzen

  • Lineamenta, Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte (2005 – )
  • ArsRoma, Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte (2007 – )
  • Cipro. Historische Pläne der Stadt Rom, Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte/Humboldt-Universität zu Berlin (2008 - )
  • Vero – Vedute di Roma, Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte (2010-2011)
  • TriDoc - Dokumentation von Stadt und Region Trier (2005, 2010 eingestellt, 2016 abgeschaltet)
  • Studiensaal online, Universität Trier, Graphische Sammlung (2010-2012, 2016 abgeschaltet)
  • Gnovis, Hofkünstler, jeweils Universität Trier (Verwendung der Datenbank seit 2010 in lokalen Implementierungen)
  • Einzelstudien zu Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts in der Großregion Saar-RLP-Lor-Lux-Wallonie, zu ausländischen Künstlern in Rom, Künstlerreisen, historischer Fotografie in Rom und Italien und anderen Themen.

Beispielabfragen

(Datenbestand der Implementierung an der Bibliotheca Hertziana)

Live-Abfragen

(unter Umständen lange Ladezeiten)

  • Personen, die im Schedarium Noack vertreten sind Liste
  • Nachfolgebauten des Pantheon (sortiert nach Lage von NW nach SO) Karte
  • Bauwerke nach römischen Vorbildern (sortiert nach Lage von NW nach SO) Liste

gespeicherte Abfragen als pdf

(schneller download, jedoch statisch, jeweils Stand wie auf Ausdruck angegeben)