Jahr1nachSnowden-Ideenkatalog
Aus DVB-Koordinator
Ideenkatalog für Konsequenzen aus der globalen Überwachungsaffäre an der HU-Berlin
Initiator: Roland Hummel
Nachfolgende Ideen sollen innerhalb eines geplanten Sammelbandes zur Stud. Initative "Jahr 1 nach Snowden" erscheinen und dazu beitragen, an der HU-Berlin Konsequenzen aus der Überwachungsaffäre zu ziehen. Ich danke allen, die sich dieser Thematik verbunden fühlen, im Voraus für 1. konstruktive Vorschläge (Hinzufügungen wie Weglassungen als Anmerkungen in diesem Dokument bitte in der Form "Anmerkung von Roland Hummel: Text" oder direkt per E-Mail) und 2. den Hinweis, ob der/die Kommentator_in damit einverstanden ist, neben den Initiatoren der Initiative als Unterstützer_in unter dem gedruckten Dokument des Sammelbandes mit erscheinen möchte, sofern sie/er nach Rücksprache mit der Endfassung einverstanden ist.
Vermittlung von praktischen Kompetenzen
Die Praxisveranstaltungen der Jahr 1 nach Snowden-Initiative zeigten eine dauerhaft hohe Teilnahme an den Veranstaltungen "Rollentausch: (sich) selbst überwachunen!", "Einführung in verschlüsselte Kommunikation" sowie "Datenhoheit und Datenkontrolle ohne Verschlüsselungstechniken" ( http://jahr1nachsnowden.de/veranstaltungen ). Die Initiative hat Veranstaltungskonzepte erarbeitet, die als Grundlage für zukünftige Veranstaltungen dieser Art dienen können (abrufbar unter oben genanntem Link), die Idee besteht daher im Angebot von monatliche CMS-Workshops zur Schulung von praktischer Kompetenz zum Umgang mit Überwachung
Absicherung der öffentlichen Computerarbeitsplätze
Bereits erfolgte Überwachungsskandale an der HU (Andrej Holm, 2007) zeigen den Bedarf an Schutzmaßnahmen für eine überwachungsfreie(re) Forschung. Dienlich wären diesem Anliegen:
- Tor-Browser auf HU-Computerarbeitsplätzen ( https://www.torproject.org/ )
- YaCy-Server auf HU-Computerarbeitsplätzen als dezentraler Suchmaschinenersatz bzw. Alternative zu Google&Co ( http://yacy.de/ )
- Voreinstellung einer anonymisierenden Metasuchmaschine in den installierten Browsern der HU-Computerarbeitsplätze (https://ixquick.com/ / https://startpage.com/ / https://duckduckgo.com/ ) anstelle der voreingestellten Suchmaschine Google bzw. Bing ("opt-in" in Bezug auf Google&Co statt wie aktuell "opt-out")
- Linux: Anmeldeschirm der HU-Computerarbeitsplätze, der alternativ zu Windows auch die Anmeldung unter Linux erlaubt, bspw. das optisch Windows sehr ähnliche und einsteigerfreundliche Linux Mint ( http://www.linuxmint.com/ ), unabhängig von einer Bedarfsermittlung (etwas, was ein Großteil der Normalnutzer_innen nicht kennt (nämlich die mittlerweile sehr einsteigerfreundliche Linux-Welt) kann auch niemand einfordern)
- Schaffung eines HU-eigenen Cloud-Dienstes mit Fokus auf hohen Datenschutz -> bereits in Entwicklung und im Testbetrieb ( https://filesync.cms.hu-berlin.de/ ), daher Förderung desselben
Handhabung sozialer Netzwerke
- allg. Richtlinie an die Abteilungen der HU, bei Verwendung kommerzieller sozialer Netzwerke wie bspw. Facebook nur aus Facebook heraus zu verweisen, aber außerhalb von Facebook nie auf Facebook hin
E-Mailverschlüsselung
- automatische Ausstellung von Zertifikaten für bereits vorhandenes, gut funktionierendes, aber kaum bekanntes System zur Emailverschlüsselung ( https://www.cms.hu-berlin.de/de/dl/zertifizierung) für alle Neuanstellungen an der HU (Idee eines langfristigen Schneeballeffektes zur Nutzung dieses Systems + „opt-out“ statt wie aktuell „opt-in“)
Gesellschaftliche Positionierung
- Würdigung von Edward Snowden für seine beispiellose Aufklärungsarbeit als einen Dienst an der gesamten Menschheit ("Humboldt-Universität schaltet Licht aus" gegen PEGIDA ging auch, offizieller gesellschaftspolitischer Protest der HU ist also möglich)
- Keine Unterstützung der Lobbyarbeit von datenschutzproblematischen Firmen wie Microsoft für Initiativen wie "Get Office free from your school" durch die HU
Umsetzung von Ideen
- bei nicht vorhandenen zusätzlichen Kapazitäten der/des Datenschutzbeauftragten bzw. des CMS zur Umsetzung der oben beschriebenen Vorschläge: Schaffung einer 20h/Woche SHK-Stelle zur Koordinartion und Umsetzung der Maßnahmen (zeitl. Maßstab: Vorbereitung und Umsetzung der Initiative "Jahr 1 nach Snowden" entsprach zeitlich 20h/Woche)
